Deutsche Psychologie in Prag. Franz Scola (1899-1945)

Herbert Ühlein, Horst Gundlach, Josef Brozek

Abstract


Als Beitrag zur Geschichte der deutschen Psychologie in Prag in der Zeit zwischen den Weltkriegen und während der nationalsozialistischen Okkupation bis 1945 wird auf Franz Scola (1899-1945) hingewiesen, der ab 1940 Leiter des Psychologischen Instituts der Deutschen Universität Prag war. Drei Sachverhalte werden herausgegriffen: Lebenslauf, Lehre und Forschung, Verhältnis zum Nationalsozialismus. Der Lebenslauf wird vornehmlich im Hinblick auf die akademische Laufbahn geschildert mit u. a. folgenden Zeitmarken: Lehrerprüfung 1919, ab 1920 Studium in Köln unter J. Lindworsky und Promotion 1925, 1928 Wechsel nach Prag zusammen mit seinem Lehrer Lindworsky und Habilitation, 1936/37 Privatdozent und nach dem Tode Lindworskys 1939 dessen Nachfolger auf dem Lehrstuhl, Tod im Mai 1945 unter nicht genau bekannten Umständen. In Lehre und Forschung war Scola u. a. in folgenden Gebieten tätig: Pädagogische Psychologie, Wehrpsychologie, Sozialpsychologie, Rassenpsychologie (Veröffentlichung im Jahre 1943: "Rasse und Lebensform. Versuch einer Begründung der rassenseelischen Eigenarten"). Scolas Haltung zum Nationalsozialismus lässt sich nicht einfach klären: Zum einen gibt es die rassenpsychologischen Arbeiten, zum anderen die Meinung von Zeitzeugen, die bei ihm studiert haben und ihn nicht für einen Nationalsozialisten halten (z. B. die jetzigen Professoren Josef Brozek, Erna Duhm und Hans Hiebsch).

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ISSN: 0177252X | ZPID • Leibniz Institut