Die letzte Bibliothek von Otto Selz (1943)

Theo Herrmann

Abstract


Der in die Niederlande emigrierte Mannheimer Psychologe Otto Selz ist bekanntlich im Jahr 1943 durch die deutschen Besatzer ins Durchgangslager Westerborg verbracht worden und anschließend wahrscheinlich auf dem Transport nach Auschwitz umgekommen. Kurz nach seiner Verhaftung gelang es einem seiner früheren Studenten, F. W. Prins, die letzte private Bibliothek von Selz zu retten und sie sehr viel später dem Otto-Selz-Institut der Universität Mannheim zu übereignen. Die insgesamt 53 Bücher wurden einer provisorischen Bestandaufnahme unterzogen, die hier als Kopie vorgelegt wird. Es zeigte sich: (1) Alle Bücher haben Numerierungen, die aber nicht durchgehend sind, so dass dies wohl eine Restbibliothek aus einem früher weitaus umfangreicheren Bücherbestand ist. (2) Alle Bücher sind wissenschaftliche Veröffentlichungen aus der Psychologie und ihrem Umkreis. (3) Alle Bücher sind deutschsprachig (mit Ausnahme eines Buchs von E. Claparède). (4) Die Bücher stammen überwiegend aus den Zwanziger Jahren, Bücher aus der Zeit nach 1933 sind nicht vertreten. (5) Die Bücher enthalten "flächendeckend" handschriftliche Hinzufügungen. Aus letzteren lassen sich psychologiehistorisch nicht unerhebliche Informationen über Otto Selz entnehmen. Interessierten Psychologiehistorikern steht dieser bibliothekarische Nachlass von Selz zur Auswertung zur Verfügung.

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ISSN: 0177252X | ZPID • Leibniz Institut