Das Forschungsinstitut für Arbeitspsychologie und Personalwesens (FORFA) in Braunschweig und Düsseldorf von 1948 —1963 – seine Geschichte und sein Einfluß auf die Entwicklung der Arbeits- und Betriebspsychologie in der Nachkriegszeit.

Heinz-Ludwig Horney

Abstract


Zwischen 1948 und 1963 bestand in Braunschweig und später in Düsseldorf das privat geführte "Forschungsinstitut für Arbeitspsychologie und Personalwesen" (FORFA). Berichtet wird über dieses psychologiehistorisch interessante Institut aus der Sicht eines früheren Mitarbeiters im Hinblick auf Werdegang, Mitarbeiter und Tätigkeitsschwerpunkte. Datenbasis sind eigene Erinnerungen, Gespräche mit ehemaligen Kollegen sowie die Zeitschrift "FORFA-Briefe". Gegründet 1948 in Braunschweig als Nachfolger eines ähnlichen Instituts aus der Vorkriegszeit, erfolgte 1951 eine Ausweitung nach Düsseldorf (später noch nach Mannheim und Bremerhaven), 1954 die Umwandlung in eine Stiftung, 1963 die Schließung aufgrund von Problemen mit der Mittelzuweisung durch die Öffentliche Hand. Mitarbeiter waren zumeist Diplompsychologen (insgesamt etwa 50 in den 15 Jahren des Bestehens). Schwerpunkte der Institutsarbeit waren: (1) Forschungs- und Entwicklungstätigkeit (zumeist praxisnahe Entwicklung von Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung für Betriebe). (2) Psychologische Eignungsbegutachtungen (insbesondere Anwärter beim Verband für Arbeitsstudien (REFA), aber auch etwa Lehrlinge, Meister und Techniker verschiedener Branchen). (3) Schulungsaufgaben: (a) Tagungen zum Thema "Mensch und Arbeit", (b) Schulung von Verkäufern und Kundendienstberatern, (c) Schulung von Industriemeistern, ( d) Personalberatung. (4) Herausgabe der "FORFA-Briefe zur arbeitspsychologischen Information". Insgesamt gesehen, hat die Institution FORFA eine nicht zu unterschätzende Pionierarbeit in schwieriger Zeit geleistet und wesentlich zur heutigen Bedeutung und Akzeptanz der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie beigetragen.

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ISSN: 0177252X | ZPID • Leibniz Institut